Home                        Kontakt                        Das sind wir...                     Impressum

 

Geige 24 Newsletter abonnieren

mit aktuellen Sonderangeboten

 

Kolophonieren eines Bogens

 

Sie haben sich einen neuen Bogen gekauft, möchten sofort los spielen - doch es kommt kaum ein Ton raus?

 

Dann ist der Haarbezug des Bogens noch nicht einkolofoniert.

Dies tut man mit Kolophonium. Kolofonium ist eine Mischung bestimmter Harze (ausführliche Infos über Kolophonium hier).

Pferdehaare haben kleine Widerhaken. Durch das Einstreichen wird das Kolophonium an den Widerhäkchen abgesetzt - die Widerhaken werden aufgestellt - das Haar erhält den nötigen Reibungswiderstand, um die Saite zum Schwingen zu bringen.

 

Wie kolophoniere ich einen neuen Bogen ein?

Dazu wird das Kolophonium mehrere Minuten über die Haare des gespannten Bogens gezogen.

Dies ist einfach wenn das Kolophoniumstück bereits oftmals verwendet wurde und sich bereits eine aufgeraute Oberfläche gebildet hat. Ist das Kolophonium recht neu (siehe Bild links) ist es hilfreich, wenn man manuell die Oberfläche des Kolophoniumstückes etwas aufraut (z.B. mit Sandpapier).

So wird die Oberfläche geöffnet (siehe Bild rechts) und es befindet sich Kolophoniumstaub auf der Oberfläche. Dann können sie die Bogenhaare ganz normal drüber ziehen. Bei neuen Bogen bis zu 50x darüberstreichen - also richtig "einseifen".

 

 

 

Kolophonium / Harz für Geigenbogen, Bratschenbogen, Cellobogen und Bassbogen

Begriff - Zusammensetzung - Wirkungsweise - Pflege

Dieses oft vernachlässigte, manchmal aber auch zur Philosophie hochstilisierte Material, das beim Kontakt von Saite und Bogenhaar erst einen hörbaren Ton ermöglicht, birgt so manches Geheimnis, das gelüftet werden will.

Seinen Namen verdankt es der antiken Stadt Kolophon in Kleinasien, in der es schon im Altertum in hoher Qualität hergestellt wurde. Nach neuer deutscher Rechtschreibung müsste es zwar „Kolofonium“ heißen, aber das altertümlich anmutende „ph“ erfreut das Auge mehr!

Kolofonium findet in verschiedenen Bereichen Verwendung: In der Elektronik als Aktivator und Isolator in Flussmitteln zum Weichlöten, sowohl in der Flussmittelseele im Lötdraht, im Flussmittel zum Wellenlöten und auch in Lötpasten für die SMD-Technik.

Ist das Kolophonium mit diversen Substanzen veredelt wird es auch als Bogenharz bezeichnet, da die Rosshaarbögen von Streichinstrumenten damit behandelt werden müssen, um Saitenschwingungen zu erregen. Dabei reibt man mit einem Harzstück die Bogenhaare ein.

Aus dem balsamartigen Naturharz, aus dem Stamm einer Kiefer, Tanne, Pinie, Lärche oder Fichte, wird durch Destillation Terpentinöl gewonnen. Rückstände wie Harz, Säuren und Wasser werden bis zur Verdunstung des Wassers erhitzt, sodass sich Verunreinigungen absetzen und das reine Harz abgeschöpft werden kann
 

Billiges Kolophonium, gefertigt aus Abfallprodukten der Papierherstellung, verhilft zwar auch zur Tonerzeugung, der Unterschied zu handgefertigten Produkten ist jedoch deutlich hörbar. Falls dennoch ein günstiges (oft klebendes) Kolophonium benutzt wird, empfehlen wir eine sehr sparsame Dosierung, da sonst Nebengeräusche auftreten können und die Bogenhaare verkleben. Nach der Nutzung eines solchen Harzes sollte auf jeden Fall darauf geachtet werden, die Verklebungen der Haare nach dem Spiel zu entfernen bis die Haare wieder einzeln liegen.

Die Verschiedenheit der verschiedenen Kolophonium (= Rosin) -Sorten liegt in der Auswahl des Rohmaterials und auch in der Vielzahl der Zusätze.

Bogenharz verbessert die Griffigkeit der Bogenhaare auf den Saiten. Eine dünne Schicht Kolophonium schließt die Unebenheiten auf der Oberfläche jedes einzelnen Haares. Die Haftkraft erhöht sich und der Bogen lässt sich geschmeidig führen.

Es wird immer wieder die Frage gestellt, welches Kolophonium wohl das Beste sei. Darauf gibt es jedoch keine einfache Antwort. Welche Sorte der Musiker wählt, hängt außer von seinem Instrument auch von seinem Tonideal und seiner Spielweise ab.

Je nach Kochtemperatur bei der Herstellung gibt es verschiedene Härtegrade, angepasst an die verschiedenen Instrumente von der Geige über Bratsche, Cello bis hin zum Kontrabass. Unterschiedliche Herstellungsverfahren und Beimengungen bestimmen den Schmelzpunkt bzw. Schmelzbereich des Kolophoniums, der sich wiederum auf die Klangeigenschaften auswirkt.

Musiker wählen ihr Kolophonium individuell, wobei Stahlsaiten eine niedrigere, Kunststoffsaiten eine mittlere und Darmsaiten eine höhere Haftkraft benötigen. Grundsätzlich gilt:

- der Geigenbogen / Violinbogen benötigt die geringste Haftkraft (härtestes Kolofonium),

- der Bratschenbogen / Violabogen, Soprangambenbogen benötigt eine geringere Haftkraft (hartes Kolofonium),

- der Cellobogen, Tenorgambenbogen, Bassgambenbogen eine mittlere Haftkraft (mittelweiches Kolofonium) und

- der Kontrabassbogen eine hohe Haftkraft (weiches Kolofonium).

Also benötigen Geigen - Stahlsaiten ein Kolophonium mit der niedrigsten und Kontrabass-Darmsaiten ein Kolophonium mit der höchsten Haftkraft.

Gutes Kolophonium sollte durchsichtig sein und sich leicht in weißlichen Staub zerreiben lassen, wobei es nicht klebrig sein darf.

Vor Anwendung einer neuen Kolophonium-Marke sollten die Bogenhaare gründlich gereinigt werden z. B. mit reinem Alkohol oder Saitenreiniger.

Um die charakteristischen Schwingungseigenschaften zu erhalten, müssen Saiten nach jedem Spiel von Kolophonium-Resten mit einem weichen, trockenen und nicht fusselnden Tuch abgerieben werden. Ebenso die Decke des Instrumentes, das Griffbrett und die Bogenstange. Hartnäckige Rückstände auf den Saiten lassen sich mit Saitenreiniger entfernen, wobei blanke Darmsaiten danach mit Saitenöl leicht eingerieben werden sollten. Bitte beachten Sie, dass der Saitenreiniger nicht mit dem Lack des Instruments in Berührung kommen sollte.

Kolophonium kann allergische Reaktionen auslösen. Wir empfehlen in diesem Fall Larsen antiallergisches Kolophoniumharz.

Wie sollte Bogenharz aufgetragen werden? Mit dem Bogen solange über das Kolophonium gleiten bis die Haare klebrig wirken. Ein Drehen des Geigenharzes während des Auftragens bewirkt die gleichmäßige Abnutzung und verhindert tiefe Rillen.

Wieviel Kolophonium soll aufgetragen werden? Lieber ein wenig mehr als zu wenig. Ist der Streichbogen nicht genügend einkolofoniert, führt dies bei den meisten Musikern zu erhöhtem Druckeinsatz. Damit geht leider das Gefühl für den Einsatz des Eigengewichts des Bogens verloren. Als Faustregel gilt: 10-12 gleichmäßige Striche über die gesamte Haarlänge für frisch gereinigte Bogen. 6-7 Striche zur Auffrischung.

 

Eine große Auswahl an Kolophonium und Kolophon-Puder finden Sie in unserem Geige-24-Shop

 

Bogenhaare Neubezug Was kostet ein Haarbezug? Wer erledigt dies für mich? Hier erfahren Sie alles

 

© 2000 - 2009 Benjamin Fastner